Archiv für die Kategorie ‘Heimleben’

VIVA ESPANIA! Es gibt sie doch! … die Gerechtigkeit im Fußball

Juli 1, 2008

Was für ein Spiel. Die Spanier hätten sie ja abschießen können. Aber auch trotz des aufholbaren Rückstandes war die Stimmung nicht gerade optimistisch. In der Halbzeitpause hat mich ein Superman – mit Deutschlandfahne als Cape – am Klo gefragt, ob ich glaube, dass wir es noch schaffen, das Spiel zu drehen :)

„Ich glaube nicht!“

„Mann, Mann, Mann, warum sind alle so negativ eingestellt, sogar schon auf der Toilette“.

„Aba i kann mit dem Ergebnis gut leben!“

„Wieso? Spanische Freundin?“

„Nein, Österreicher *teuflischlach*“

Ich will jetzt aber gar nicht so sehr auf das Spiel, dass sicher jeder gesehen hat eingehen, sondern mehr auf den Tag danach ;-)

Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen, mein Fabregas Shirt am Montag in der Arbeit zu tragen und in der früh – auch wenns mit offenem Fenster fast zu kalt war – alle an meinem extra für diesen Tag besorgten spanischen Ska-Punk teilhaben zu lassen. In der Arbeit wars dann ziemlich ruhig. Fußball wurde nicht angesprochen und mit mir wollte heute sowieso keiner reden. Vielleicht hät ich nicht den ganzen Tag so blöd grinsen sollen :)

Richtig interessant wurde es dann erst in der Kantine unter den paar hundert Deutschen. Ich sags euch, wenn Blicke töten könnten, wär ich auch als Katze nicht mehr heil rausgekommen :)

Hey, du bist aus Österreich, das hört man :-)

April 20, 2008

Letzten Mittwoch war eine verpflichtende Einführungsveranstaltung für alle Rookies, die gerade neu eingezogen sind. Dabei wurde das Heim mehr oder weniger genau vorgestellt und die wöchentlichen Termine fürs Sportprogramm und sonstige Aktivitäten bekanntgegeben. Anscheinend ist es normal, dass meine Dusche lebt. Also habens die anderen auch nicht besser. Schön zu wissen ;-)

Danach war noch der erste Barabend, der ab sofort wieder jeden Mittwoch stattfindet. Dabei habe ich gleich noch ein paar neue Leute kennengelernt, deren Namen ich jetzt schon wieder vergessen habe. Norddeutsche, Bayern, so richtige Bayern und Bayern, die sich so anhören, als wären sie Norddeutsche. Wenigstens ich wurde sofort als Österreicher identifiziert ;-) . Der Großteil hier studiert irgend ein Lehramt, ist sich aber noch nicht sicher ob Unterrichten das Richtige ist. Tja, was sagt man dazu, ihr seid wahrlich auf dem richtigen Weg, weiter so! :-)

Ein paar Exoten sind auch dabei, ……………………………………….. ……………………… und Bewegungstherapie (war einfach zu lange zum merken). Ein anderer wollte eigentlich zur Bundeswehr, hat sich aber dann doch für Politikwissenschaften entschieden. Auf meine Frage, was man danach machen kann, konnte er eigentlich nicht antworten und musste selber lachen. „Also man kann wirklich was draus machen, wenn man engagiert ist, z.B. zur UNO gehen …… oder aber du kackst einfach nur ab.“ Da ich schon kompetentere Menschen getroffen habe, wünsche ich ihm hiermit viel Glück. Er wirds brauchen ;-)

Am Freitag gabs dann auch schon das erste Erfolgserlebnis in der Arbeit, denn nachdem ich die Arbeit für drei Wochen in vier Tagen gemacht hatte, schickte mich mein Betreuer nach hause. D.h. ich konnte schon am frühen Nachmittag Richtung Heimat aufbrechen :-)

Beim Mittagessen wurde ich dann noch gefragt, ob es bei uns in Österreich auch rivalisierende Städte gibt, so wie z.B. Köln – Düsseldorf. Ich hoffe meiner Antwort „Alle gegen Wien!“ kann jeder zustimmen ;-)

Der Anschluss

April 17, 2008

Nein, es ist nicht 1938 und ich habe den Spieß nicht umgedreht wie vielleicht einige denken ;-)

Sondern ich wurde nach über einwöchiger Abstinenz endlich an das Rechenzentrum der Uni Regensburg angeschlossen, das sich schwieriger herausstellte, als ich dachte. Nachdem das sogenannte FH-Sammelgebäude am Uni Gelände ist und nicht wie ich dachte bei der FH … wie bin ich bloss auf die Idee gekommen … musste ich nur noch die zwei betagteren Herren im fünften Stock davon überzeugen, dass ich Student bin.

„Internet bekommen sie nur wenn sie auch hier studieren!“ oder „A geh, Fachhochschulen gibts doch in Österreich gar nicht.“ waren nur ein paar ihrer Argumente gegen mich.

Am Ende konnte ich sie aber doch dazu bringen, mich freizuschalten – aber erst nach einer Ausweiskontrolle, denn der Studentenausweis könnte ja gefälscht sein.

„Ihren Personalausweis bitte.“

„Ähm, so was ham wir in Österreich ned“

„So was gibts bei euch ned? Sie wissen aber schon, dass sie hier in Deutschland immer einen Personalausweis dabei haben müssen.“

„Schön und gut, aber so was hab i trotzdem ned.“

„Ja … hams an Pass dabei?“

Natürlich, den hab ich immer dabei, zwischen meiner Impfkarte und dem Freischwimmer.

Also verzögerte sich das ganze noch mal um einen Tag, da ich ja erst MIT Pass zur Ausweiskontrolle erscheinen musste.

Das Zimmer

April 11, 2008

Ich nenne es auch liebevoll „Die Zelle“ oder „Das Loch“. Die Küche, welche sich auch Gemeinschaftsraum schimpft, ist so vollgestellt, dass man gerade so durchkommt. Habe erst eine meiner Mitbewohnerinnen kennengelernt. Sie ist aus Südkorea und studiert in München Klavier … jeder weiter Kommentar überflüssig ;-)

Von ihr erfuhr ich auch, dass noch zwei weitere Frauen hier wohnen. Wie bitte? Noch zwei? In Anbetracht der Tatsache, dass die Dusche lebt, kann ich das einfach nicht glauben.

Tja, was könnte man zu dem Zimmer noch sagen? Naja es ist … „kompakt“. Ich habe aber die Suche nach der Tür zu den kaiserlichen Gemächern noch nicht aufgegeben.